Krypto-Regulierung in Serbien – Gesetze, Lizenzen und Aufsicht 2026
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Krypto-Regulierung in Serbien – Gesetze, Lizenzen und Aufsicht 2026

Ratgeber · Exgentum · Serbien

Serbien hat 2021 ein eigenständiges Gesetz für digitale Vermögenswerte verabschiedet – bevor die EU ihre MiCA-Verordnung fertigstellte. Das macht Serbien zu einem der wenigen Länder Europas mit einem vollständigen, expliziten Krypto-Regulierungsrahmen. Dieser Artikel erklärt den Status 2026 und was er für Nutzer und Unternehmen bedeutet.

Zakon o digitalnoj imovini (2021)

Das Herzstück der serbischen Krypto-Regulierung ist das Gesetz über digitale Vermögenswerte (Zakon o digitalnoj imovini), verabschiedet im Dezember 2020 und in Kraft getreten im Juni 2021. Es wurde seitdem mehrfach durch Nebenverordnungen präzisiert.

Das Gesetz:

Zuständige Aufsichtsbehörde: Komisija za hartije od vrednosti (KHoV)

Die Wertpapierkommission Serbiens (KHoV) ist die zuständige Regulierungsbehörde für digitale Vermögenswerte. Sie:

Die NBS (Nationalbank Serbiens) ist ergänzend zuständig für währungsbezogene Aspekte.

Lizenzpflichtige Tätigkeiten im Überblick

TätigkeitLizenz nötig?Mindestkapital
Krypto-Verwahrung (Custody)Ja (VASP)50.000 €
Krypto-Exchange (Tausch)Ja (VASP)50.000 €
Handelsplattform (Exchange)Ja (VASP)125.000 €
Token-Emission (ICO/STO)Ja (KHoV-Genehmigung)Variabel
Krypto-Software-EntwicklungNeinKeines
Krypto für eigene Rechnung haltenNeinKeines

AML/KYC-Pflichten

Lizenzierte serbische Krypto-Unternehmen unterliegen dem Geldwäschegesetz (Zakon o sprečavanju pranja novca):

FATF und Serbien

Serbien ist Mitglied der Financial Action Task Force (FATF) und hat Empfehlungen zur Krypto-Regulierung umgesetzt. Das bedeutet: Serbien ist kein "Grauer Bereich" bei der globalen Geldwäschebekämpfung – die Standards sind vergleichbar mit EU-Ländern.

Serbien vs. EU-MiCA: Vergleich

AspektSerbien (ZdI 2021)EU MiCA (2024+)
GeltungsbereichSerbisches TerritoriumEU-27
LizenzzugangNational, KHoVEU-Passporting möglich
Mindestkapital50.000–125.000 €50.000–150.000 €
Token-EmissionKlares VerfahrenWhitepaper-Pflicht, komplex
NFT-RegulierungGrundsätzlich geregeltBegrenzt (Einzelfall)
DeFiWeitgehend unreguliertWeitgehend unreguliert
Marktzugang EUKein EU-PassportEU-weit gültig

Wesentlicher Unterschied: Eine serbische VASP-Lizenz gibt keinen Zugang zum EU-Markt. Wer EU-Kunden bedienen will, braucht zusätzlich eine MiCA-Lizenz oder eine EU-Niederlassung.

Entwicklungen und Ausblick

Im Rahmen des EU-Beitrittsprozesses wird Serbien sein Krypto-Recht schrittweise an EU-Standards angleichen. Mögliche Entwicklungen:

Für Unternehmen: Planen Sie den Regulierungsrahmen als sich entwickelnd ein – was 2026 gilt, kann 2028 teilweise anders sein.

Fazit

Serbiens Krypto-Regulierung ist eines der klarsten nationalen Rahmenwerke in Europa. Für Krypto-Unternehmen, die nicht zwingend EU-Marktzugang brauchen, ist Serbien regulatorisch attraktiv – überschaubare Anforderungen, klare Prozesse, engagierte Aufsichtsbehörde. Der CRS-Nicht-Mitglied-Status ist ein ergänzender Aspekt, kein Hauptmotiv.

Weiterführend:

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